Selbstständigkeit und Urlaub – wie geht das?

7 Tipps für happy holidays

Haben Sie schon Ihren Jahresurlaub geplant? In meinen Seminaren und im Beratungssetting höre ich oft von Selbständigen, dass sie vom Urlaub nur träumen können. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass “Urlaub” für Selbstständige nicht gesellschaftsfähig ist: „Ich bin so busy…”. Warum Erholungsphasen aber gerade für Sie wichtig sind und wie Sie es mit der richtigen Vorbereitung schaffen, auch als Selbstständige/r und Führungskraft in die Gunst arbeitsfreier Tage und Wochen zu kommen, habe ich Ihnen hier einmal zusammengefasst. 

Dieser Text geht an alle Verantwortungs-Festhalter*innen. Wir alle kennen sie, diese Menschen, die einfach nicht abschalten und loslassen können. Und wir kennen auch alle die Begründungen, warum für manche Selbstständige und Führungskräfte ein Urlaub nur alle Jubeljahre mal vorkommt – zu viel zu tun, die Marie muss fließen, Kunden können abspringen und so weiter. Dass die Augenringe aber manchen Morgen schon ganz schön düstere Züge annehmen und das Feuer längst nicht mehr brennt, wird nur allzu gern missachtet. Warum ist Erholung so wichtig? Weil sich Ihr Körper und Ihr Geist regenerieren. Ihre Energietanks werden wieder befüllt. Das hat spürbare Folgen. Was passiert, wenn Sie sich regelmäßig Urlaub gönnen?

  • Ihre Kreativität steigt, das ist durch Studien belegt.
  • Ihre Laune hebt sich, was kleine Alltagswunder bewirken kann, weil Ihr Umfeld darauf reagiert.
  • Ihre Aufträge (ja sogar vielleicht die Akquise) wird Ihnen leichter von der Hand gehen.
  • Ihre Produktivität steigt Sie betrachten die Dinge wieder mit etwas Abstand.

Zeit, alte Zöpfe abzuschneiden – der Gärtner, der im Juni Urlaub macht!

Ob als Solo-Selbstständige/r oder als Unternehmer/in mit einem festen Mitarbeiterteam – immer noch kursiert die Auffassung, dass diese Spezie Mensch bereit sein muss, auf Urlaub zu verzichten. Vor allem in den Hochphasen der jeweiligen Branche. Ein Garten- und Landschaftsbauer hat früher in den Monaten von März bis Dezember durchgearbeitet und sich im Winter aufgrund der Wetterlage zwangserholt. Und, jetzt kommt der Gong, war mit Mitte 50 körperlich ein Wrack. In meinem Beratungsumfeld habe ich einen Gärtner kennengelernt, der es anders macht: Urlaub steht auch in den Highlight Monaten wie Mai und Juni an. Ganz bewusst. Um weiterhin leistungsfähig zu sein und energievoll durch den Sommer zu kommen. Der gute Mann hat sich parallel dazu eine feine Schicht Hornhaut wachsen lassen – bauernschlaue Sprüche gibt’s nämlich von Kollegen und Bekannten gratis dazu („sollen wir, während du Cocktails trinkst, vielleicht DEINEN Garten machen?“). Er nimmt's mit Humor. Dass Urlaub wichtig ist, steht also außer Frage. Im Raume steht noch, WIE Sie Ihren Urlaub planen, damit dieser auch wirklich das hält, was er verspricht – Erholung.

Best practice – mit Nachmacher-Potenzial


Eine Kundin kommt immer quartalsweise zum Coaching. Unsere Themen sind unter anderem „Veränderungen, Aktionen, Zielanpassung". Das Kapitel Urlaub hatte sie für sich gestrichen – ihre Aussage: „Im Frühjahr ist nichts los und im Sommer kann ich gar nicht soviel arbeiten wie Aufträge da sind.“ Ihre Fragestellung im Coaching lautete: Was kann ich verändern um die Situation für mich angenehm zu gestalten? So haben wir die betriebswirtschaftlichen Auswertungen der vergangenen Jahre abgeglichen und analysiert und ihre persönlichen Ziele aktualisiert. Fazit: Die Kundin hat ihren Urlaub auf das Frühjahr verlegt, keinen Auftragsstau oder schlechtes Gewissen und ist somit während ihrer Peakzeiten voll einsatzfähig.


 

Wie plane ich meinen Urlaub?

Feststeht schon mal: Hape Kerkelings Motto „Ich bin dann mal weg“ fällt bei Ihnen aus.

Ihre Abwesenheit muss geplant werden. Zeitmanagement für den Urlaub? Klingt komisch, ist aber sinnvoll. Halbe Sachen regen nur auf. Zum Beispiel wenn der Sand vom Mallorca-Strand in Ihre Laptop-Tastatur rieselt oder Sie während der Mountainbike-Tour auf 1500 Meter Höhe ein wichtiges Geschäfts-Telefonat führen müssen. Damit das nicht passiert – hier meine Tipps:

  • Informieren Sie Ihre Kunden einige Wochen im Voraus und erinnern Sie sie an Ihre Abwesenheit.

  • Setzen Sie sich Ziele, was vor Ihrem Urlaub noch erledigt werden muss. Wenn Projekte vor Ihrem Urlaub abgeschlossen werden sollen, legen Sie den Termin eine Woche vor Ihrem Urlaubsbeginn. Fertig werden bedeutet nicht, mit dem Koffer an der Hand den finalen Punkt zu setzen. Dann ist Stress vorprogrammiert. Lassen Sie die Arbeit langsam ausschleichen. Machen Sie nichts auf dem letzten Drücker.

  • Digitales Fasten ist angesagt: Organisieren Sie Ihre Erreichbarkeit – sowohl die telefonische als auch die per Mail. Richten Sie einen Autoresponder für eingehende Mails ein (da gibt es ganz hervorragende Textbeispiele, das Thema greife ich gerne noch mal auf). Sie können einen Anrufumleitungs-Service nutzen oder jemanden beauftragen, der Ihren Anrufbeantworter abhört.

  • In manchen Berufen ist es ratsam, über eine Notfall-Vertretung als Backup zu verfügen.

  • Bedenken Sie auch die ersten Tage nach Ihrem Urlaub: Damit der Erholungseffekt nicht schon nach zwei Stunden wieder Ciao Bella sagt, lohnt sich ein softer Einstieg. Legen Sie Ihre Termine nicht auf den ersten oder zweiten Arbeitstag.

 

Außerdem können Sie Ihren Urlaub als auch Akquise-Tool nutzen. Treten Sie mit unregelmäßigen Kunden in Kontakt, ganz nach dem Motto: „Was kann ich Ihnen vor meinem Urlaub Gutes tun?“ Wie Sie Ihren Urlaub sinnvoll als Akquise-Instrument nutzen, erkläre ich auch in meinem Seminar.

Der Urlaub und das liebe Geld

Anke Tielker, Unternehmensberaterin

Auch wenn das Geschäft gut läuft – Urlaub schlägt bei Selbstständigen gleich doppelt ins Kontor – zum einen sind da die Kosten für den Urlaub an sich und oben drauf noch der Verdienstausfall.

Mein Tipp: Kalkulieren Sie Ihre Preise gleich mit einem entsprechenden Urlaubsgeld. Als Faustregel gelten zehn Prozent Ihres Nettoeinkommens. Eine Formel, wie Sie Ihr Urlaubsgeld berechnen, finden Sie auf der Website von everbill.com.

 

Fazit: Urlaub ist auch für Selbstständige und Führungskräfte machbar und ein Kriterium für langfristigen Erfolg. Ob Sie sich einen längeren Urlaub oder für mehrere kurze Wochenend-Trips entscheiden – das A und O ist die richtige Vorbereitung. Wenn Sie Ihre Peakzeiten kennen und im Vorfeld für eine finanzielle Absicherung sorgen, steht Ihrer Auszeit nichts mehr im Wege.

In meinen Seminaren biete ich unterschiedliche Module für Ihren beruflichen Erfolg – von der Akquise bis zur Organisation.

Erholen Sie sich gut.

Ihre Anke Tielker


02.06.2019 | Kategorie: Zeitmanagement |

Kommentare (2)

  1. Kerstin Münch am 11.06.2019
    Liebe Anke,
    Habe deine Tipps gelesen und bin beruhigt es ziemlich so vorbereitet zu haben :ab Ende Juni 8 Wochen Italien. Ich bin sehr gespannt auf die Erfahrungen. Liebe Grüße Kerstin Münch
    1. Anke Tielker am 11.06.2019
      Liebe Kerstin,
      das hört sich doch gut an - Respekt!!! Jetzt wünsche ich Dir gute Erholung und VIVA ITALIA :- )
      Herzliche Grüße
      Anke

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