Unternehmensberaterin Tielker referierte

Unternehmensberaterin Anke Tielker referierte beim Gewerbeverein. (Foto: Woelki)

Rotenburger Rundschau vom 04.04.09

JEDDINGEN (woe) • Erstens: den Service ausbauen. Zweitens: Die Mitarbeiter begeistern. Denn mit motivierten Mitarbeitern steige der Umsatz, sagt Anke Tielker.

Während der Jahreshauptversammlung des Gewerbevereins Visselhövede referierte die Unternehmensberaterin charmant, kompetent, witzig und mit Hang zum Showtalent über Strategien zur Kundenbindung und -gewinnung unter dem Titel „Vissel - das ist es".

Von der ersten Minute an sprang der Funke über. „Sie sind etwas Besonderes. Weil sie etwas verkaufen", sprach sie ihr Publikum direkt an. „Die Kunden wollen keine Produkte kaufen, sondern Lösungen und ein gutes Gefühl. Sie wollen es vor Ort und eine freundliche, kompetente Beratung", betonte die Verkaufsexpertin.

Dabei ging sie auf das Beispiel eines Fahrradgeschäfts ein. „Wenn ein Kunde sein Rad reparieren lassen möchte, wäre es doch eine gute Idee, wenn man ihm während der Reparaturzeit ein Ersatzrad zur Verfügung stellt. Ein neues Rad könnte man vielleicht im Internet billiger erwerben, aber keinesfalls den Service. Oder wenn der Vater für seinen Jüngsten ein neues Rad kaufen möchte, könnte man ihm doch erst ein Gebrauchtes anbieten. Schnell ist im Rad eine Acht drin, oder der Lack ist ab. Im halben Jahr kauft der Vater seinem Junior dann ein neues Rad. An einen guten Service erinnern sich die Kunden.

"Als weiteres Beispiel beschrieb sie eine Situation in einem Cafe und erklärte: Man muss nicht gerade die Espressomaschine säubern, wenn der Kunde ein Kaffee bestellen möchte.

"Tielker betonte: „Die Kundenloyalität ist das A und 0. Und die bekommt man mit Beratung und motivierten Mitarbeitern als das Kapital eines Geschäfts."

Ihren Zuhörern zeigte sie dann demonstrativ einen Kuchen in die Runde, der in ihren Augen 100 unzufriedene Kunden symbolisierte. Laut Umfragen würden 33 Kunden wegen Gleichgültigkeit des Verkaufspersonals und 22 Kunden wegen wiederholter Fehler nicht wiederkommen. Das seien also 55 Personen weniger Kunden, die ein Geschäft nicht wieder betreten.

Da müsse ein Umdenken stattfinden. „Freundlichkeit beginnt mit der Begrüßung des Kunden", so Tielker. Und noch etwas stellte sie fest: „Von 100 unzufriedenen Kunden beschweren sich höchstens vier beim Chef. Die schweigende Mehrzahl sieht man nie wieder." Sie unterstrich nochmals: „Kundenservice beginnt bei der Stadtverwaltung."