Gründungscoaching

Anke Tielker vom Gründungsatelier Verden hilft arbeitslosen Existenzgründern in die Selbständigkeit

Torfkurier Januar 2009 von Melanie Stahnke

Sich führen lassen, um Fehler zu vermeiden
„Im Gründungsatelier Verden haben die Teilnehmer die Chance, ihre Geschäftsidee zu aktivieren“, sagt Anke Tielker aus Walsrode. Sie ist selbständige Dozentin und berät die Projektteilnehmer im Bereich Marketing im Gründungsatelier Verden, einem EU-Projekt. Gleichzeitig arbeitet Anke Tielker als Projektleiterin im Unternehmenscoaching, das von der KVHS Verden und der ALV (Arbeit im Landkreis Verden) getragen wird. „Wir haben im Gründungsatelier Berufsrückkehrer/innen, Empfänger von Arbeitslosengeld I und II sowie Selbstzahler.“ Was bewegt diese Zielgruppe dazu, sich selbständig zu machen? „Das Hauptziel: Sie wollen finanziell unabhängig sein, raus aus ALG II.“ So schnell geht das nicht. „Die Gründer haben Zeit, sich um ihre Geschäftsidee zu kümmern. Nach sechs Monaten müssen sie ein sicheres Gefühl haben. Ist die Gründungsidee gut, ist das ein Stein zum Glücklichsein.“

Praktische Erfahrungen
Ein Unternehmen aufzubauen, ist harte Arbeit. „Es ist viel Druck dahinter. Gründer müssen Leistung und Einsatz bringen wollen. Sie werden in Seminaren, Einzelcoachings und Gesprächen betreut.“ Auf den Seminaren lernen sie die Grundlagen. Eta´was Erfahrung sollten sie aber schon mitbringen. „Kaufmännisches Denken muss da sein. Und ohne fachliches Know-How geht es nicht. Sie lernen, wie man professionell präsentiert. Es sind viele Kleinigkeiten: wie man mit Kunden spricht, wie man richtig auftritt.“ Das lernen auch die Klienten von Jörg Dankert aus Sottrum. Der Gründungscoach betreut eine breite Zielgruppe. „Gründer brauchen Schlüsselqualifikationen. Sie müssen gut verkaufen können.“, sagt er. „Während des Beratungsprozesses wird ein Businessplan erstellt. Auch wenn das Konzept gut ist: Nur Kunden machen erfolgreich. Kunden, das ist das Zauberwort.“ Zurück im Gründungsatelier Verden: Die Seminare unter anderem von Frau Tielker setzen sich aus den Bausteinen des Betriebes zusammen. Von Akquise über Buchführung bis zur Zielgruppendefinition wird alles behandelt. „Beider Markterkundung kundschaften die Gründer ihre Chancen aus. Und schauen, wie viel Geld potenzielle Kunden bereit sind, zu zahlen.“

Coaching allein und in der Gruppe
„Der Vorteil von Einzelcoachings: Die Arbeit ist sehr konzentriert. Der Gründer wird nicht abgelenkt. Es gibt eeine enge Verbindung von Coach und Gründer“, sagt Dankert. Tielker: “In den Einzelcoachings können die Gründer über alles reden. Über Dinge, die ihnen in der Gruppe zu persönlich sind. Zum Beispiel, dass sie ALG II-Gründer sind und Schwierigkeiten sehen, Dinge zu realisieren.“ Sinnvoll seien letztlich sowohl Gruppen- als auch Einzelberatungen. Einen Nachteil von Einzelcoachings beschreibt Dankert so: „Es findet kaum Austausch mit anderen Gründern statt. Ein Coach ersetzt keine Seminare. Er ist eine Ergänzung dazu.“ Die Gruppen im Gründungsatelier haben 10 bis 16 Teilnehmer. Sie können sich untereinander helfen. Miteinander reden. Tielker sieht die Vorteile: „Die Gründer sind nicht allein. Der Austausch ist da. Es entsteht eine Sogkraft. Die Teilnehmer sehen an den anderen, wie die voranommen. Der Fortschritt ist sichtbar.

Was ein Gründer braucht
„Der Wille zur Veränderung muss da sein. Man muss etwas bewegen wollen“, meint Tielker. „Wenn man selbständig ist, bekommt man kaum Rückmeldung. Die ist sehr wichtig. Hat man einen Vorgang abgeschlossen, sollte man sich belohnen.“ Rückmeldung bekommen die Gründer in Verden von den Dozenten. Beispielsweise nach der Präsentation ihrer Unternehmensidee. „Die Dozenten sagen den Gründern, was in ihrem Konzept fehlt.“ Dankert zeigt auf, welche Eigenschaften ein Gründer braucht: „Vor allem muss er gut verkaufen können. Der Gründer muss wissen, was er kann. Er braucht Selbstbewusstsein und muss authentisch sein, um anderen zu zeigen, was er will. Außerdem muss er begeisterungsfähig sein, für sich selbst und andere.“ Sein Tipp: „Mit Herz, Hirn und Hand dabei sein, dann klapp es.“