Sind Mütter faul?

Walsroder Zeitung 26.03.2007

Unterhaltsamer Vortrag bei den Landfrauen

Jarlingen. "Sind Mütter faul?" Dieser Frage gingen kürzlich die Landfrauen aus dem Ortsverband Walsrode und ihre Gäste bei einem ausgiebigen Frühstück im Jarlinger Schafstall nach. Als Referentin hatten sie die Unternehmensberaterin Anke Tielker eingeladen, die in unterhaltsamer Weise auf das Thema des Tages einging. Passagen aus Büchern verschiedener Autorinnen wie Eva Hermann, Desiree Nick und Iris Radisch - die sich alle über das Muttersein geäußert haben - machten deutlich, wie kontrovers über die Bestimmung der Frau und Mutter diskutiert wird.

Die Referentin zeigte verschiedene Frauenrollen auf und nahm auch kritisch Stellung zu den Medien, die die Erwerbstätigen momentan als Spaßgesellschaft verkaufen wollen. Sie bemerkte, dass neun von zehn Pflegefällen zu Hause gepflegt werden und stellte die Frage, ob nicht die Alleinerziehenden als eine Krankheit unsrer Zeit dargestellt würden. Hierauf erntete sie lebhafte Zustimmung des Publikums.

Ruhiger und nachdenklicher reagierten die anwesenden Frauen auf Tielkers Schilderung der Situation nach dem Krieg. Alle konnten sich gut an die sogenannten Trümmerfrauen erinnern, die vergeblich auf die Heimkehr ihrer Männer warteten und die Kinder schließlich allein großzogen. Frauen können also berufstätig und ebenso verantwortungsvolle Mütter sein. Das hat die damalige Zeit genau so gezeigt wie die unterschiedlichen Biografien heutiger erwerbstätiger Frauen und Mütter.

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Barbara Kettl-Römer
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Eine Interviewpartnerin mit Praxisbeispielen ist Anke Tielker