
Verdener Aller Zeitung, 07.06.2005
LANGWEDEL (cha) - "Mitleid bekommt man geschenkt, Respekt muss man sich verdienen",
erklärte Anke Tielker. Die Finanz- und Unternehmensberaterin referierte unter dem Motto
"Ohne Moos nix los" im Langwedeler Rathaus über das aktuelle Thema Finanzplanung.
Die Veranstaltung war auf Initiative der Langwedeler Frauenbeauftragten Dr. Christiane Haunhorst
speziell für Frauen gedacht, zeigte auf eine amüsante Art, wie man im Alltag gut sparen
kann - und war ausgebucht.
Anke Tielker ging vor allem darum, endlich offen über Geld und Geldanlagen zu reden.
Besonders das eingeprägte Denkmuster, Menschen die mit Geld umgehen können, nur neidisch
zu betrachten, ohne zu versuchen, hinter deren Strategie zukommen, will Anke Tielker verändern.
Einleitend erläuterte sie anhand eindrucksvoller Studien, welch wichtige Rolle Geld in
unserem Leben einnimmt. So können Geldsorgen die Menschen so sehr belasten, dass sie um
50 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sind.
Hiergegen war ihr erstes Mittel das schriftliche Festhalten sämtlicher Ein- und Ausgaben
in einem Haushaltsbuch. Hiermit soll erst mal ein grober Überblick über Einnahmen und
Ausgaben entstehen. "Wer schreibt der bleibt", so Tielker. "Probieren sie
wenigstens sicherst mal für einen Monat dazu durchzuringen - sie werden überflüssige
Ausgaben sofort erkennen."
Um auch andere schlummernde Gelder zu entdecken, empfahl die Finanzplanerin
sämtliche Kontoauszüge vom letzten Jahr einmal zu betrachten: Da findet sich womöglich
der unbesuchte Turnverein oder die teure Kfz-Versicherung.
Tielker klärte auch die Frage, was genau eigentlich zu Schulden führt.
Hierbei unterschied sie zwischen "dummen und intelligenten Schulden".
"Wenn ich einen Urlaub in Raten bezahle, so sind dies dumme Schulden.
Denn nach dem Urlaub fehlt mir jegliche Motivation, für die Raten weiterhin zu sparen.
Wenn ich allerdings einen Gegenwert, wie zum Beispiel ein Haus besitze, so bin ich
weiterhin motiviert, meine Raten zu tilgen."
Und auch für die Frage nach der konstanten Ratentilgung unterbreitete Tielker praktische
Ratschläge.
So empfahl sie, die Fix- und Variabelkosten zu notieren und jeweils am Anfang des
Monats das Geld für diese anfallenden Kosten auf ein separates Sparbuch zu überweisen.
Des weiteren empfahl sie, Sparziele, wie unter anderem Geld für die Ausbildung der
Kinder oder die Altersvorsorge, genau festzuhalten und auch hierfür spezielle
Konten einzurichten, um Ziele auch erreichen zu können.
Und für diejenigen, die am Ende des Monats immer noch etwas Geld überhaben, empfahl
sie sich eine Unabhängigkeitsreserve anzulegen. "Versuchen sie soviel Geld fest
zu deponieren, dass sie im Notfall sechs Monate davon leben könnten."
Am beeindruckensten war wohl ihr Preisvergleich am Ende: Eindrucksvoll zeigte sie
anhand von Schokolade, Eistee und Fertiggerichten, wo noch Sparmöglichkeiten bestehen.
Sie erklärte, wann man am besten einkaufen sollte und empfahl, möglichst immer bar
zu zahlen um nicht in die Versuchung der Kreditkarte zu kommen und damit unnötige
Kosten zu verursachen.
"Manche Tipps, die kompliziert klingen, sind so einfach. Sie müssen es nur
erst probieren", ermutigte Anke Tielker die begeisterten Seminarteilnehmerinnen.